Epithalon aktiviert Telomerase in Zellen – jedoch nicht beim Menschen
Ein winziges, aus vier Aminosäuren bestehendes Peptid soll die Telomerase aktivieren – ein Enzym, das in den meisten erwachsenen Zellen nicht aktiv ist – und dadurch die Telomere menschlicher Zellen verlängern. Diese Entdeckung steckt hinter dem Longevity‑Buzz um Epithalon. Die Ergebnisse stammen jedoch aus fötalen Fibroblasten im Reagenzglas, nicht aus Studien am Menschen, und die Behauptung einer Lebenszeitverlängerung bleibt eine Hypothese. Im Folgenden zeigen wir, was die Studie von 2003 tatsächlich belegt, welche Aspekte sie auslässt und wie man sie kritisch bewertet, bevor man etwas kauft.
Vitamin D3 bewahrte 140 Basenpaare der Telomere in einer 4‑jährigen RCT
Eine große, randomisierte, placebokontrollierte Studie ergab, dass vier Jahre Vitamin‑D3 die Verkürzung der Telomere um etwa 140 Basenpaare verlangsamten. Die Daten stammen aus der VITAL‑Studie mit älteren US‑Erwachsenen, die täglich 2 000 IE einnahmen. Der Effekt war bescheiden und nur knapp signifikant (p = 0,039), wobei die Telomerlänge ein Surrogat‑Marker und kein Beweis für ein längeres Leben ist. Omega‑3‑Fettsäuren hingegen zeigten in dieser Studie keinerlei Wirkung auf die Telomere. Im Folgenden sehen Sie, welche Zahlen vorliegen, welche Grenzen bestehen und wie man das Ergebnis sinnvoll einordnet.