Fisetin‑Senolytikum verlängert das Leben von Mäusen – menschlicher Nachweis fehlt
Fisetin, ein pflanzliches Flavonoid, erwies sich in einer häufig zitierten EBioMedicine‑Studie von 2018 als das wirksamste Senolytikum von zehn getesteten Verbindungen. Bei alten Mäusen, die erst spät im Leben behandelt wurden, senkte es die Marker für Zellseneszenz, verbesserte altersbedingte Pathologien und erhöhte sowohl die mittlere als auch die maximale Lebensspanne. Der Haken: Es handelt sich um Maus‑ und Laborbefunde, nicht um abgeschlossene Humanstudien. Dieser Beitrag erklärt, was die Forscher*innen gefunden haben, welche Dosierung tatsächlich gemeint ist und für wen die Ergebnisse relevant sein könnten, sobald klinische Studien am Menschen voranschreiten.
Die ersten Menschen, die Dasatinib + Quercetin einnahmen: Was eine 14‑Patienten‑IPF‑Pilotstudie zeigte (und nicht zeigte)
Im Jahr 2019 berichteten Forschende über die allererste Anwendung der senolytischen Kombination Dasatinib plus Quercetin bei 14 Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose. Nach drei Wochen intermittierender Dosierung erzielten die Teilnehmenden signifikante Verbesserungen beim 6‑Minute‑Gehtest, der Gehgeschwindigkeit und der Aufstehzeit vom Stuhl, obwohl sich die Lungenfunktion nicht änderte. Die Studie verzeichnete zudem ein schwerwiegendes Nebenereignis sowie häufige Atemwegs-, Haut‑ und Magen‑Darm‑Beschwerden. Dabei handelte es sich um eine offene, unkontrollierte Studie mit einem Krebsmedikament in Kombination mit einer pharmakologischen Flavonoiddosis, nicht um ein Nahrungsergänzungs‑Protokoll. Im Folgenden wird erklärt, was die Untersuchung tatsächlich testete, welche Ergebnisse sie lieferte und wie man sie kritisch einordnen kann.