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Approach: macro science. Palette: warm (amber and copper).

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Löwenmähne vs. Löwenmähne + Reishi: Die Kombination überzeugte bei Angst

Nova Chen · · 4 min read

Löwenmähne vs. Löwenmähne + Reishi: Die Kombination überzeugte bei Angst

Auszug: Löwenmähne ist überall, doch verbessert das Hinzufügen von Reishi die Wirkung bei Angstzuständen? Eine randomisierte, doppelblinde Studie mit 84 jungen Frauen zeigte, dass die Kombination die reine Löwenmähne beim wichtigsten Angst‑Messwert, dem GAD‑7, bereits nach 28 Tagen übertraf. Interessanterweise verbesserten sich alle Teilnehmenden, sogar die Placebo‑Gruppe, während sekundäre Stress‑ und Angst‑Ergebnisse nach FDR‑Korrektur nur noch Trends erreichten. Hier erfahren Sie, was die Studie wirklich beweist, was nicht und wer zweimal nachdenken sollte.


Man hört ständig, dass man Löwenmähne für die Gehirngesundheit einnehmen sollte. Eine neue randomisierte Studie stellte eine präzisere Frage: Was passiert, wenn man Reishi hinzufügt? Bei jungen Frauen mit Stress und Angst übertraf die Kombination die reine Löwenmähne beim wichtigsten Angst‑Messwert der Studie. Die Details sind jedoch wichtig und machen das Ergebnis interessanter und weniger hype‑geeignet, als es die Überschrift vermuten lässt.

Die Studie auf einen Blick

Forscher*innen der Northumbria University (Smith und Docherty) veröffentlichten die Untersuchung in Frontiers in Nutrition (doi 10.3389/fnut.2026.1887408; registriert unter NCT06406946).

  • Design: randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, parallel‑gruppig
  • Teilnehmer*innen: 84 Frauen im Alter von 18‑26 Jahren (Gen Z) mit subjektivem Stress und/oder Angst
  • Arme: 1,8 g Pulver aus Löwenmähne (Hericium erinaceus), 1,8 g Pulver aus einer Löwenmähne + Reishi (Ganoderma lucidum)‑Mischung oder Placebo, jeweils in Kapseln
  • Dauer: 28 Tage Supplementierung, Nachuntersuchung an Tag 42
  • Messungen: Stimmung und Wohlbefinden zu Studienbeginn, wöchentlich während der Intervention und bei der Nachuntersuchung, plus qualitatives Feedback an Tag 28 und Tag 42

Vor Beginn der eigentlichen Studie führte das Team eine Sort‑und‑Rank‑Umfrage durch, um herauszufinden, welche Endpunkte der Zielgruppe am wichtigsten sind. Das ist ein durchdachter Schritt, denn viele Ergänzungsmittel‑Studien wählen Messgrößen, ohne die betroffenen Personen zu befragen.

Die zentrale Erkenntnis: Kombination schlägt reine Löwenmähne

Beim primären Ergebnis, Angst gemessen mit dem GAD‑7, zeigte die Pilzmischung niedrigere Angstwerte als die alleinige Löwenmähne. Der Unterschied war insgesamt signifikant (p = 0,018) und an Tag 28 besonders ausgeprägt (p = 0,003).

Wichtig ist, dass das Ergebnis Mischung vs. Löwenmähne ist – nicht „Mischung schlägt Placebo“. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass die Kombination das primäre Angst‑Ergebnis im Vergleich zur reinen Löwenmähne verbessert.

Die überraschende Wendung: Alle wurden besser

Die Autor*innen berichten von signifikanten Verbesserungen über alle psychologischen Maße unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit – inklusive der Placebo‑Gruppe.

Sie interpretieren das als "participatory benefits" neben den reinen Interventionseffekten. Die Teilnahme an einer strukturierten Studie, wöchentliche Check‑ins und das Gefühl, aktiv etwas zu tun, können die Stimmung von selbst heben. Erwartungseffekte und natürliche Schwankungen spielen vermutlich ebenfalls eine Rolle, obwohl die Autoren dies ebenfalls als "participatory benefit" bezeichnen. So oder so war ein großer Teil der Verbesserung nicht spezifisch auf die Pilze zurückzuführen.

Der kritische Teil: Sekundäre Outcomes verloren an Signifikanz

Die Studie erfasste zudem sekundäre Angst‑Maße (HADS) und Stress (PSS). Nach einer Korrektur für multiple Vergleiche mittels False‑Discovery‑Rate (FDR) wurden diese Interaktionen auf Trend‑Level abgeschwächt und erreichten die Signifikanzschwelle nicht mehr.

Anschließend führten die Forschenden explorative Post‑hoc‑Analysen durch. Diese deuteten auf ein Muster zugunsten der Mischung gegenüber sowohl Löwenmähne als auch Placebo zu verschiedenen Zeitpunkten hin (p = 0,001‑0,043). Die Autoren betonen, dass diese Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren sind und nicht als bestätigend gelten. Qualitatives Feedback der Teilnehmenden unterstützte das gleiche Muster, ist jedoch subjektiv und liefert eher farbige Unterstützung als harten Beweis.

Praktische Erkenntnisse

  • Was getestet wurde: 1,8 g Pulver pro Tag, in Kapseln, über 28 Tage. Die Mischung enthielt sowohl Löwenmähne als auch Reishi. Das Abstract nennt kein genaues Verhältnis, sodass kein bestimmter Split angenommen werden kann.
  • Timing: Es gibt keinen evidenzbasierten Hinweis auf einen optimalen Einnahmezeitpunkt. Der Effekt zeigte sich ab Tag 28, also nach etwa vier Wochen.
  • Für wen das relevant sein könnte: Die Evidenz bezieht sich auf junge Frauen (18‑26) mit selbstgemeldeten Stress‑ oder Angst‑Symptomen. Ob sich das auf Männer, ältere Erwachsene oder Personen mit klinisch diagnostizierter Angststörung überträgt, ist unbekannt.
  • Wer vorsichtig sein oder darauf verzichten sollte:
    • Personen mit diagnostizierter Angst‑ oder Depressionsstörung sollten ein Pilz‑Supplement nicht als Ersatz für eine Therapie nutzen. Die Studie hat diese Anwendung nicht getestet.
    • Schwangere, stillende Personen, Menschen unter Medikation oder mit bestehenden Erkrankungen sollten vor Beginn einer Supplementierung Rücksprache mit einerm Ärztin halten. Das Papier geht nicht auf diese Gruppen ein.
    • Wer auf dramatische Wirkung hofft: Das Gesamtergebnis war, dass alle besser wurden, und der spezifische Vorteil der Mischung war modest und statistisch fragil.

Beschränkungen, die Sie kennen sollten

  1. Kleine Stichprobe. Mit 84 Teilnehmenden, verteilt auf drei Arme, ist die Studie überschaubar. Die Autor*innen betonen, dass sekundäre Befunde in größeren Studien bestätigt werden müssen.
  2. Enge Zielgruppe. Es wurden ausschließlich junge Frauen mit subjektivem Stress oder Angst untersucht.
  3. Kurze Dauer. 28 Tage Supplementierung plus Nachuntersuchung an Tag 42 geben wenig Aufschluss über Langzeit‑Effekte.
  4. Selbstberichtete Outcomes. Stimmung‑ und Angst‑Skalen erfassen das subjektive Erleben – wichtig, aber anfällig für Erwartungseffekte.
  5. Starke Placebo‑Reaktion. Große Verbesserungen in allen Gruppen erschweren die Isolierung des reinen Pilzeffekts.
  6. Offene methodische Fragen. Die Autor*innen weisen darauf hin, dass noch viel Arbeit zu Dosierung, Interventionsdauer und Mischungs‑Zusammensetzung nötig ist.

Fazit

Diese randomisierte, preregistrierte, doppelblinde Studie liefert einen glaubwürdigen Hinweis darauf, dass Löwenmähne + Reishi bei Angst stärker wirken könnte als Löwenmähne allein – zumindest über vier Wochen bei jungen Frauen. Es ist ein Signal, das weiterverfolgt werden sollte, kein endgültiges Urteil. Der Markt für funktionelle Pilze wird bis 2032 auf etwa 62,18 Milliarden US‑Dollar geschätzt, während die Evidenz noch hinter dem Marketing zurückbleibt. Studien wie diese, die FDR‑korrigierte Ergebnisse präsentieren und ihre eigenen Limitationen offenlegen, sind genau das, was das Feld braucht.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar.

Original study

Read the original research on doi.org →

This article summarizes published research for general information. It is not medical advice.

NC

Written by

Nova Chen

Nova Chen writes for Biocracked: biohacking science, longevity & human performance.

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